Von finger forks über leuchtende Busfahrpläne und Schneefrühweckanlagen
Am Donnerstag, dem 10. November, fand im Projekthaus Meteor im Uni-Teil Erfenschlager Straße der Tag der einfachen Produkte statt. Im Rahmen des weltweit stattfindenden World Usability Day organisiert die Professur Arbeitswissenschaft bereits seit 2007 Vorträge, eine Ausstellung und einen Wettbewerb, bei dem Studenten im Vorfeld ihre Ideen für einfache Produkte oder Produktverbesserungen einreichen können.
Den ganzen Tag über konnten Besucher in der Erfenschlager Straße Produkte mit einer guten und schlechten Usability (dt. Bedienbarkeit, Benutzerfreundlichkeit) bestaunen. Das offizielle Rahmenprogramm begann dann um 18 Uhr mit einem Grußwort des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI), welcher Schirmherr der Veranstaltung ist. Darauf folgten fünf Kurz-Vorträge zum Thema „Education/ Bildung“, dem diesjährigen Motto des World Usability Day. In den jeweils zehn-minütigen Präsentationen stellte unter anderem der Career Service der TU Chemnitz seine Weiterbildungsmöglichkeiten für Studenten vor, um sie so fit für den Arbeitsmarkt zu machen. Desweiteren wurde der Begriff Usability erklärt, über Lehrerblogs referiert und die Forschungsakademie der TU Chemnitz wollte zukünftige Promovierende auf ihre Angebote aufmerksam machen. Der letzte Referent stimmte die Hörer dann mit Ideen, die das Leben schöner machen (aber eigentlich kein Mensch braucht), auf die Preisverleihung des Wettbewerbs ein. Zum Beispiel zeigte er sogenannte „finger forks“, also kleine Gabeln, die man sich auf den Zeigefinger stecken kann, um so auch unterwegs oder auf einer Party mit Besteck essen zu können.
Nach einer kleinen Pause stieg also die Spannung im Saal und alles wartete auf die Verlesung der sechs Gewinner. Um alle Teilnehmer noch zusätzlich auf die Folter zu spannen, gab Jens Mühlstedt, Dozent der Arbeitswissenschaft, noch ein paar allgemeine Informationen zum Wettbewerb, dessen Sieger immer mit dem Mensch-Maschine-Preis belohnt werden:
In diesem Jahr gab es insgesamt 22 Einreichungen, wobei allerdings mehr als drei Viertel der Produktvorschläge von männlichen Studenten gemacht wurden. Als sehr lobenswert erwähnte er die Tatsache, dass sechs Produkte von Erstsemestlern erfunden wurden. Auch auf die Bewertungskriterien wurde nochmals hingewiesen: die Idee, die praktische Relevanz, Umsetzung, und Ergonomie des Produkts wurden von der Jury bei der Vergabe der Preise berücksichtigt.
„Aha, so sieht also jemand aus, der Europäische Integration studiert.“ Mit diesen Worten begrüßte Mühlstedt die Sechst-Platzierte Julia Kasperczak, die für ihre Idee eines leuchtenden Busfahrplans mit einem CFC-Gutschein, TU-Merchandising-Produkten, zwei Brauclub-Gutscheinen und einem tuchfühlung-Jahresabo belohnt wurde.
Der Wirtschaftsingenieur-Student Robert Jungk durfte sich für seinen automatischen Sonnenschirm, der dafür sorgt, dass Nutzer dank verschiedener Sensoren immer im Schatten sitzt, den fünften Preis abholen (gleicher Preis wie beim sechsten Patz).
Für den vierten Platz gab es neben den bereits erwähnten Gutscheinen und Merchandising-Produkten noch einen Gutschein von „Enterprise“ dazu, der es dem Besitzer ermöglicht, ein Wochenende lang mit einem Mittelklassewagen durch die Gegend zu düsen. Glücklicher Gewinner war hier Robert Möbius (Sports Engineering-Student), der einen universell einsetzbaren und ergonomisch angepassten Handgriff bei der Jury eingereicht hat. Damit soll verhindert werden, dass zum Beispiel schwere Einkaufstaschen beim Tragen in die Handflächen einschneiden.
Weiter ging es mit dem Drittplatzierten Roy Zakrewski, der sich mit seinem erfundenen Öffnungsmechanismus für Mülltonnen (Fußhebel zum Öffnen des Deckels) 100 Euro in bar, einen Universitas-Gutschein über 20 Euro, ein Buch des VDI zur Geschichte des Ingenieurs, einen Brauclub-Gutschein und den Mensch-Maschine-Preis in Bronze sicherte.
Der zweite Platz wurde an den Elektrotechnik-Studenten Markus Schubert vergeben, der die Jury mit seiner Schneefrühweckanlage überzeugte: Wenn in der Nacht Schnee auf eine Waage fällt, wird durch einen elektrischen Kontakt die Weckfunktion des Weckers eingeschaltet. Der Nutzer der Erfindung wird früher geweckt, damit er morgens beispielsweise noch genug Zeit hat, um sein Auto frei zu schaufeln. Hierfür wurde der Student ebenfalls mit den Gutscheinen (wie der Drittplatzierte), 200 Euro und der Silber-Trophäe belohnt.
Mit dem Spruch „aha, so sieht also ein Informatiker aus“ nahm die Preisverleihung ihr Ende und Norbert Freier bekam für den ersten Platz 300 Euro und die Gold-Trophäe überreicht. Er erfand ein beleuchtetes Bus-Haltestellenschild, welches durch einen Taster an der Stange des Schildes zum Leuchten gebracht werden kann. Dadurch kann der Busfahrer schon von Weitem auf dunklen, schlecht beleuchteten Strecken sehen, wenn jemand an der Bushaltestelle wartet. Nobert Freier kam auf die Idee, weil er selbst oft Bus fahre und schon mehrmals erlebt habe, wie der Busfahrer mehr oder weniger eine Vollbremsung machen musste, weil er einen Wartenden an der Bushaltestelle erst zu spät gesehen habe. Was er mit den 300 Euro anstellen will, wisse er allerdings noch nicht. Vielleicht ja seine Idee in die Tat umsetzen?!
(sh)











Kommentare
Hier ist es noch recht leer aber was höre ich da? Du hast etwas dazu zu sagen? Dann sei der erste, der einen Kommentar zu diesem Artikel schreibt.