Es gibt Leute, die denken darüber nach, die Mathematische Fakultät an eine auswärtige Firma abzugeben. Dabei täte ein Nachhilfekurs den Verantwortlichen einmal gut. Das nicht nur in Hinsicht auf die Gelderverteilung an den Universitäten, sondern auch die Studentenzahlen betreffend.

Das Rektorat beispielsweise rechnet sich über die geburtenschwachen Jahrgänge und die sinkenden Abiturabschlüsse fallende Studentenzahlen aus, welchen mit der Abschaffung des Numerus Clausus in fast allen Studiengängen entgegengewirkt werden soll. Die Vertreter eines betroffenen Studienganges wiederum äußern Bedenken, dass allein durch die abgeschaffte Wehrpflicht mehr Bewerbungen eingehen werden. Und das ist nicht weit hergeholt, das Gros der Zivildienstleistenden wird dieses Jahr aufhören. Der Studiengang Medienkommunikation (MK) hat 900 Bewerbungen im letzten Wintersemester verzeichnet, wovon tatsächlich 60 Studenten angenommen wurden. Und das nicht aufgrund der Böswilligkeit der zuständigen Professoren, sondern zum Selbstschutz der Studentenschaft. Doch wohin zukünftig mit doppelt so vielen MK-Studenten oder 600 Pädagogen? Dann werden in der Mensa Zwischenböden eingefügt und gespeist wird im Liegen. Und nach dem Studium werden die Studenten sicher alle gut bezahlte Jobs finden, wenn sie jemals mit dem Studium fertig werden und nicht wegen der voll besetzten Seminare Semester um Semester verlängern müssen. Klar ist es angenehm, in einen höheren Fördertopf zu kommen, aber auch hier wird vergessen, dass das Geld auch zur Unterhaltung von mehr Studenten eingesetzt werden muss. Will die TU Chemnitz nicht untergehen, muss sie zeigen, dass sie gebraucht wird und zwar mit Qualität statt mit Beliebigkeit. (mra)